Update · Software
OrcaSlicer 2.5.0 Beta: kürzere Fahrwege, Kollisionsschutz und schnelleres Slicen
Die Beta von OrcaSlicer 2.5.0 kürzt Fahrwege, umfährt Hindernisse und rechnet schneller. Seit der Alpha neu: Python-Plugins, Bandrucker und H2C-Profile.
Am 27. Oktober 2026 ist die Beta von OrcaSlicer 2.5.0 erschienen. Sie baut auf der Alpha vom 16. Oktober auf und bringt vor allem kürzere Druckzeiten und schnelleres Slicen. Beide sind Testversionen. Die aktuelle stabile Version bleibt OrcaSlicer 2.4.2.
Was die Alpha mitbrachte
Die Alpha war das größere Update. OrcaSlicer unterstützt seitdem den Bambu Lab H2C und den A2L, beim H2C auch den Mehrfarbdruck über den Hotend-Wechsler. Neu ist ein Pluginsystem auf Python-Basis: Plugins können Skripte, Schritte beim Slicen, eigene Reiter und Seitenleisten ergänzen. Dazu kommen Profile für Bandrucker mit endloser Z-Achse, eine Farbmischung, die aus zwei oder drei geladenen Filamenten neue Farbtöne in dünnen Schichten oder Verläufen druckt, und Texture Displacement, das eine Textur als echtes Relief auf das Modell bringt. Drucker mit IDEX können mit jedem Druckkopf gleichzeitig eine Kopie desselben Teils drucken, normal oder gespiegelt.
Was die Beta ergänzt
- Kollisionsvolumen: Drucker können Hindernisse über dem Bett definieren, etwa Teile des Druckkopfs. Anordnen, Brims, die meisten Stützen und Fahrwege weichen ihnen aus. Die Tree-Stützen Slim, Strong und Hybrid tun das noch nicht, organische Stützen schon.
- Kürzere Fahrwege: Auf einer Testplatte der Entwickler sanken die Fahrwege um 6 bis 26 %, die geschätzte Druckzeit um 1 bis 6,5 %. Bei Drucken von 10 bis 13 Stunden sind das 6 bis 45 Minuten. Eine dichte Platte mit Benchys bei 0,2 mm Schichthöhe wurde dagegen langsamer: Die Schätzung stieg um 3,6 %, obwohl die Fahrwege 6,5 % kürzer waren.
- Abgerundete Ecken im Sparse-Infill: Mit Glättungsfaktor 100 % druckte das Infill im Test bis zu 29 % schneller.
- High precision G-code (experimentell): Positionen mit vier statt drei Nachkommastellen, Extrusion mit sechs statt fünf. Die Datei wird dadurch rund 10 % größer.
- Zeitschätzung für Klipper: Sie folgt jetzt dem Bewegungsplaner von Klipper. Bei einem Beispieldruck auf einem QIDI-Drucker stieg die Schätzung von 7:44 auf 8:34 Stunden. In den Tests der Entwickler lagen die Schätzungen bis auf etwa 0,1 Sekunden pro Datei bei den Werten von Klipper.
- Schnelleres Slicen: Detaillierte Modelle berechnet die Beta laut Entwicklern bis zu doppelt so schnell, ein HueForge-Relief am Mac etwa in 54 statt 108 Sekunden. Bei Objekten aus Tausenden Teilen ist der Unterschied deutlich größer.
Hinweise der Entwickler
Die Entwickler raten, vor dem Wechsel Projekte und Profile zu sichern, und bitten, Fehler auf GitHub zu melden. Zu den Plugins schreiben sie selbst, dass ihr Berechtigungssystem keine Sandbox ist: Plugins sollten nur aus vertrauenswürdigen Quellen installiert werden. Für den Alltag bleibt 2.4.2 die stabile Version.
Wie OrcaSlicer grundsätzlich funktioniert, steht im Slicer-Artikel im Maker-Wiki.
Nachtrag 01.11.2026: Release Candidate ist da
Am 1. November ist der Release Candidate von OrcaSlicer 2.5.0 erschienen, mit Installern für Windows, macOS und Linux. Laut den Entwicklern ist er stabil genug für den Alltag, die fertige 2.5.0 sei fast so weit. Einen Termin nennen sie nicht. Neu bestätigt sind unter anderem Mischfarben aus den geladenen Filamenten, 3D-Oberflächentexturen, ein experimenteller Design-Tab für parametrische Teile sowie Profile für Bambu Lab H2C und A2L.
Achtung bei älteren Projekten: Bei „Filament for Features“ nutzen Bereiche auf „Default“ jetzt immer das Filament des Objekts. Projekte, die sich auf das alte Verhalten verlassen, können anders drucken und brauchen dann ausdrückliche Einstellungen. Bei Klipper-Druckern lädt „Drucken“ über Moonraker jetzt G-Code statt der 3MF hoch.