Update · Software
Prusa: Sicherheitsupdates für PrusaSlicer 2.9.7 und Firmware 7.0.0, Update empfohlen
PrusaSlicer 2.9.7 schließt mehrere Sicherheitslücken beim Laden von 3MF- und G-Code-Dateien. Auch die Firmware 7.0.0 für den CORE One enthält ein Sicherheitsupdate.
Prusa hat innerhalb weniger Tage zwei Updates mit Sicherheitskorrekturen veröffentlicht. Wer einen Prusa-Drucker oder PrusaSlicer nutzt, sollte beide installieren.
PrusaSlicer 2.9.7
Am 2. November 2026 ist PrusaSlicer 2.9.7 erschienen. Prusa beschreibt es als kleines Wartungsupdate, das mehrere Sicherheitslücken schließt:
- ein Schreibzugriff außerhalb des Speichers beim Laden von 3MF-Dateien mit fehlerhaftem Druckbett-Index
- ein Pufferüberlauf in den Platzhaltern
digits()undzdigits() - mehrere Fehler im Downloader für Printables
- ausnutzbare Lücken in der Bibliothek libbgcode beim Laden beschädigter Binär-G-Code-Dateien
Gemeldet hat die Lücken laut Prusa ein Sicherheitsforscher über das Programm für verantwortungsvolle Offenlegung. Besonders wichtig ist das Update für alle, die 3MF- oder G-Code-Dateien aus dem Netz öffnen.
Firmware 7.0.0
Bereits am 29. Oktober hat Prusa die Firmware 7.0.0 für den CORE One und den CORE One+ veröffentlicht. Prusa schreibt dazu ausdrücklich, dass sie ein Sicherheitsupdate enthält. Quellcode und Details will Prusa in den nächsten Wochen veröffentlichen. Um welche Lücken es geht, steht im Nachtrag vom 7. November.
Neu in 7.0.0 sind außerdem die Unterstützung des HT Hotends mit automatischer Erkennung, Filamentprofile für PPS und PPA, eine automatische Z-Ausrichtung bei unebenem Bett, Vorlagen für die Werkzeugzuordnung und eine einstellbare Reaktion bei Filamentende. Ob und wann es Sicherheitsupdates für andere Prusa-Drucker gibt, steht auf den Downloadseiten von Prusa für das jeweilige Modell.
Nachtrag 05.11.2026: Firmware 8.0.0 für alle aktuellen Drucker
Am 3. November hat Prusa die Firmware 8.0.0 veröffentlicht. Sie enthält laut Prusa die Sicherheitskorrekturen aus 7.0.0 und gilt für CORE One L+ und L, CORE One+ und CORE One (jeweils auch INDX), XL+ und XL, MK4S und MK4, MK3.9S und MK3.9, MK3.5S und MK3.5 sowie MINI+ und MINI. Neu sind unter anderem:
- OpenPrintTag: CORE One und CORE One L lesen Filamentdaten von Spulen mit NFC-Tag, dafür braucht es einen passenden Leser. Der Verbrauch wird auf den Tag zurückgeschrieben. Auf dem CORE One INDX geht das noch nicht.
- Beschleunigungslimit für das Filament (M204 F), standardmäßig 120 mm/s², beim MINI 50 mm/s²
- Flexibles Filament lädt, entlädt und spült etwa dreimal so schnell wie bisher
- Prusa Connect verbindet sich schneller und zuverlässiger, beim MK4 im Leerlauf in etwa 2,4 statt 11 Sekunden
Nachtrag 07.11.2026: Details zu den Lücken
Inzwischen ist bekannt, worum es geht. Der Sicherheitsforscher Yannick Dixken hat im August einen MK4S untersucht und 14 Befunde mit rund 23 einzelnen Fehlern an Prusa gemeldet. Die Details hat er am 2. November veröffentlicht, abgestimmt mit Prusa.
- Schwerste Lücke (Bewertung 8,1 von 10): Über die Anbindung an Prusa Connect lässt sich mit einem überlangen Dateipfad fremder Code auf dem Drucker ausführen. Voraussetzung ist, dass ein Angreifer den Connect-Server kontrolliert oder sich im Netzwerk dazwischenschaltet.
- Weitere Lücken: Ein fremder Rechner im Netzwerk kann ohne Anmeldung die Netzwerkverbindung des Druckers lahmlegen. Dazu kommen Fehler bei verschlüsselten G-Code-Dateien, beim Zugriff auf USB-Sticks und im Code der MMU.
- Betroffen: CORE One L+ und L, CORE One+ und CORE One (jeweils auch INDX), XL+ und XL, MK4S und MK4, MK3.9S und MK3.9, MK3.5S und MK3.5 sowie MINI
- Behoben: ab Firmware 7.0.0, aktuell ist 8.0.0
Laut Prusa ist kein echter Angriff bekannt. Wer einen der genannten Drucker im Netzwerk betreibt, sollte trotzdem auf die aktuelle Firmware aktualisieren.
Geräte in dieser Meldung
Prusa · 3D-Drucker
Prusa CORE One+